Graben - Retten - Teilen

Digit - Dein Archiv des analogen Alltags

Die Reise nach München während der Olympischen Spiele 1972, die Beatles bei der Autogrammstunde vor dem Circus Krone, die Zeit als Soldat bei der Wehrmacht, die Fahrt nach West-Berlin, die Reise durchs Europa der 1960er Jahre oder als der 1. FC-Köln 1962 Deutscher Meister wurde.

Dies oder andere Erinnerungen haben Sie, Ihre Eltern oder Großeltern auf Fotos, Filmen oder Dias festgehalten. Doch leider verstauben die Aufnahmen häufig auf dem Dachboden, liegen achtlos in der Ecke oder ungesehen im Schrank.

Außerdem sind all diese Schätze nur einem äußerst kleinen Kreis zugänglich - wenn überhaupt. Dazu kommt, dass die analogen Aufnahmen nur eine begrenzte Lebensdauer haben. Fotos vergilben und verknicken je älter sie sind. Dias und Super-8-Filme können nicht mehr angesehen werden, weil der Projektor schon seit Jahren kaputt ist und es keine Ersatzteile mehr gibt. Selbst der Videorecorder stirbt langsam, aber sicher aus. Das private Archiv der prädigitalen Zeit droht zu verschwinden und in Vergessenheit zu geraten.

Graben in analogen Schätzen

Tandem

Digit soll verhindern, dass diese Bilder und Erinnerungen in Vergessenheit geraten. Stattdessen wollen wir mit Digit analoges Material in unser digitales Zeitalter hinüberretten. Digit steht dabei für digital, ist aber gleichzeitig eine Aufforderung. Denn "Dig it" heißt im Englischen "Grab es aus". Wie Schatzgräber sollen Sie also sichten und sortieren. Sie selbst können Ihr Material über einen Upload bei Digit der Allgemeinheit zugänglich machen oder es uns zur Digitalisierung zur Verfügung stellen.

Natürlich kann die Digit-Plattform auch von all denjenigen genutzt werden, die selbst kein Material zur Verfügung stellen können oder wollen. Eine komfortable Suche animiert zum digitalen Stöbern, die Verschlagwortung macht es möglich, Kontextinformationen mit dem Bildinhalt zu verknüpfen. Wer will, kann sich durch redaktionell ausgewählte Bilderstreams klicken, kann das Material anderer User bewerten oder mit seinem Kommentar unter einem Foto helfen, fehlende Informationen zu ergänzen.

Frau mit Schirm

Motive aus einer anderen Zeit

Ob Porträtaufnahmen aus dem 19. Jahrhundert, Feldpost aus dem 1. Weltkrieg, Fotos während des Nationalsozialismus, Dias aus den 1960ern, Super8-Filme aus den 1970ern oder Polaroids aus den 1980ern - Zeitlich gibt es beim Upload kaum eine Einschränkung. Alles, was in der prädigitalen Zeit aufgenommen wurde - also vor den 1990ern, in denen bezahlbare digitale Aufnahmegeräte auf den Markt kamen - ist grundsätzlich geeignet. Themenübergreifend darf all das hochgeladen werden, was durch sein Motiv den Zeitgeist der jeweiligen Dekade zum Ausdruck bringt. Die Digit-Redaktion prüft im Anschluss, ob sich das Material für eine Veröffentlichung auf der Plattform eignet.

  • Haben Sie Bilder aus einer Zeit, als Ihre Stadt noch ganz anders aussah?
  • Hat sich Ihre Familie gegenseitig beim Auspacken der Geschenke gefilmt?
  • Haben Ihre Großeltern mit Wunderkerzen ins neue Jahr gefeiert und sich dabei fotografiert?

Graben Sie nach Ihren besten Schnappschüssen und laden Sie diese bei Digit hoch.

Die Schwarmintelligenz hilft

Auf Digit interessiert uns natürlich auch die Geschichte, die hinter dem Bild oder der Filmaufnahme steckt. Wer oder was ist zu sehen? In welchem Kontext entstand die Aufnahme? Wer hat fotografiert bzw. gefilmt? Aber gerade bei Aufnahmen, die vor langer Zeit gemacht wurden, bleiben oft Lücken. Hier ist das Wissen der anderen Digit-Nutzer gefragt.

Wer ist der Spieler neben Olaf Thon beim Schnappschuss vom Freundschaftsspiel gegen Wuppertal? Welche der vielen Kirchen in Aachen oder Köln ist da im Hintergrund zu sehen? Kann das Bild tatsächlich von 1961 sein, wenn darauf ein A-Kadett zu sehen ist? Die Intelligenz der Masse soll helfen, die Geschichten hinter den Bildern aufzudecken.

Besonderes Material wird kostenlos digitalisiert

Das Digit-Team kann Ihnen bei der Digitalisierung Ihrer Fotos und Filme helfen. Denn vor allem das Digitalisieren von Filmmaterial ist recht aufwendig. Wenn Sie also interessantes Material entdeckt haben, können Sie sich über das Digit-Kontaktformular oder per Mail an digit@wdr.de an die Redaktion wenden.

Stellt sich heraus, dass es sich um erhaltenswertes Material handelt, können die Filme oder Fotos eingeschickt werden. Der WDR digitalisiert die Aufnahmen und veröffentlicht sie auf der Digit-Plattform. Hinterher geht das Material zusammen mit einem USB-Stick, der die digitalisierten Fotos oder Filme enthält, an Sie zurück.

Paul Breitner, Kölner Mode und Studentenproteste in Münster

Paul Breitner vor dem Training

Mittlerweile sind über 40.000 Fotos und rund 10.000 Videoclips im Digit-Archiv zu sehen. Über 3.000 Digit-Nutzer haben in ihren Kellern und Kisten gekramt und unzählige zeithistorische Dokumente zu Tage gefördert. Auch WDR-Moderator und Fußballfachmann Arnd Zeigler durchsuchte sein privates Archiv und beweist mit einigen Bildern, dass er schon in sehr, sehr jungen Jahren Kontakt zu Paul Breitner, Karl-Heinz Rummenigge und Rudi Assauer hatte. Bilddokumente von 1LIVE-Moderator Max von Malotki dokumentieren auf eindringliche Weise die Mode der 1980er Jahre.

Tag für Tag wächst das Archiv des analogen Alltags weiter und füllt sich mit faszinierenden Amateuraufnahmen aus über 150 Jahren.

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